Der Weinbau auf dieser Halbinsel hat eine relativ kurze Geschichte. Erst seit dem 17. Jhdt. wird hier Weinbau betrieben. Nichtsdestotrotz ist Médoc seit dem 18. Jhdt. Inbegriff für feine und teure Weine, die auf vielen hochkarätigen Schlössern und Weingütern angebaut und gekeltert werden. Die berühmte Klassifikation der Médoc-Weine aus dem Jahr 1855 zeugt von der hohen Qualität, die diese Region in so kurzer Zeit erreicht hat. Die einmalige Qualitäts- und Preissteigerung nach dem 2. Weltkrieg vergrößerte das weltweite Ansehen nochmals und machte enorme Investitionen in moderne Anlagen möglich.
70 km lang und 25 km breit liegt Médoc, ein hügeliges Plateau, nördlich der Stadt Bordeaux. Die Region besteht aus acht Appellationen: Haut-Médoc, Listrac, Margaux, Médoc, Moulis-en-Médoc, Pauillac, St-Estéphe und St-Julien. Nahe dem Mündungstrichter der Gironde findet man die besten Lagen. Der Kiessand, die vorherrschende Bodenart, sorgt für eine gute Drainage des Bodens.
Das Weinangebot dieser großen Region reicht vom Spitzenwein bis hin zum einfachen Alltagswein. Die weltbesten Rotweine stammen von hier. Die Weine sind in der Regel straff, vollmundig und komplex, extrem ausgewogen und mit großem Körper. Die Margaux-Weine sind von großer Finesse und Eleganz geprägt. Die Pauillac-Weine sind meist dunkler und komplexer. Vollmundig präsentieren sich die Weine vo St-Juliens. Der einfache Médoc-Wein ist eher rustikal und kräftig.
Zu den Rebsorten gehören Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot. Zu den Weißweinsorten zählt der Sauvignon Blanc. Malbec ist im Rückzug begriffen.