Die Lage am Meer machte Bordeaux zu einer bedeutenden Handelsstadt, was sich natürlich auch auf den Weinhandel und die Weinproduktion günstig auswirkte. Nach den Römern kümmerten sich Franken und Basken um die Kultivierung und Weiterentwicklung der Rebkultur. Seine Blütezeit erlebte Bordeaux im 14. Jhdt. Das englische Königshaus kaufte damals drei Viertel seiner Weine hier. Die Bezeichnung "Claret" geht auf die Engländer zurück. Die Médoc-Halbinsel war damals noch nicht bestockt. Von der Verwüstung der französischen Revolution verschont konnte diese Region ihren Ruf immer weiter verbessern. Die Reblaus vernichtete dann jedoch fast den gesamten Weinstockbestand. Der große Aufschwung kam wieder in den 60er und 70er Jahren. Der technische Fortschritt dieser Zeit resultierte in den grandiosen Jahrgängen in den 80ern.
Bordeaux ist mit seinen 150 km Länge und bis zu 70 km Breite eines der größten Weinbaugebiete Frankreichs. Der Boden wurde von den Flüssen Garonne und Dordogne, die in den Mündungstrichter der Gironde fließen, mit Sand und Sediment angereichert und bietet perfekte Verhältnisse für den Weinbau. Der milde, regnerische Winter, heiße Sommer und lange, milde Herbst lassen die Reben gut gedeihen.
Zu den weißen Rebsorten zählen Sauvignon Blanc, Sémillon und Muscadelle. An roten Sorten wird angebaut CS, Merlot, CF, Petit Verdot und Malbec. Auf der Halbinsel Médoc entstehen straffe aber fruchtige Rotweine, während sie in St-Émilion und Pomerol fruchtig sanft und voll ausfallen. Volle Rotweine und fruchtige, trockene Weißweine entstehen in Graves. In Sauternes und Barsac sind die Weißweine golden, voll und süß. Bordeaux zeichnet sich vorallem durch seine Qualitätsweinproduktion (70%) aus. |